Mit dem Besatz von rund 50.000 Jungaalen ist am Mittwoch, 08.07.2026 in Hamm ein weiterer Meilenstein des Projekts „100.000 Aale für die Lippe“ erreicht worden. Vertreter aus Politik, Fischerei, Naturschutz und Bildung kamen an der Lippe zusammen, um gemeinsam ein sichtbares Zeichen für den Schutz des Europäischen Aals zu setzen.
Der Europäische Aal zählt zu den am stärksten gefährdeten Wanderfischarten Europas. Sein Bestand ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Ursachen sind unter anderem Wanderhindernisse, Lebensraumverluste, Umweltbelastungen und Veränderungen im Meer. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden seit mehreren Jahren gezielt junge Aale in geeignete Gewässer eingesetzt.
Die Lippe gilt als eines der bedeutenden Aalgewässer Nordrhein-Westfalens. Mit ihre naturnahen Abschnitte bietet sie dem Aal geeignete Lebensbedingungen. Mit dem erneuten Besatz soll die Population langfristig gestärkt und der Fortbestand der Art unterstützt werden.
Das Projekt „100.000 Aale für die Lippe“ wurde vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe initiiert und wird gemeinsam mit zahlreichen Partnern umgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Initiative zur Förderung des Europäischen Aals (IFEA), der Lippeverband, die Sparkasse Hamm, Fischereigenossenschaften, Sportfischerverein Hamm e. V. sowie weitere örtliche Angelvereine. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen unterstreicht die Bedeutung gemeinschaftlichen Handelns für einen wirksamen Artenschutz.
Ein besonderer Bestandteil der Veranstaltung war erneut die Einbindung junger Menschen. Schülerinnen und Schüler des Landschulheims Schloss Heessen unterstützten den Besatz der Jungaale und erhielten zugleich Einblicke in die Lebensweise des Europäischen Aals sowie in die Herausforderungen des Gewässer- und Artenschutzes. Damit verband die Aktion praktischen Naturschutz mit Umweltbildung und sensibilisierte die nächste Generation für den verantwortungsvollen Umgang mit heimischen Gewässern.
Auch Vertreter der Stadt Hamm begleiteten die Veranstaltung. Gemeinsam mit den Projektpartnern machten sie deutlich, dass der Schutz bedrohter Tierarten nur durch langfristiges Engagement und die Zusammenarbeit vieler Akteure gelingen kann.
Mit dem Besatz der rund 50.000 Jungaale wurde das erfolgreiche Projekt auch im Jahr 2026 fortgesetzt. Die Maßnahme ist Teil eines langfristigen Engagements für den Erhalt des Europäischen Aals und zeigt, wie regionale Kooperationen einen wichtigen Beitrag zum Schutz einer europaweit bedrohten Fischart leisten können.
Neben dem eigentlichen Aalbesatz stand vor allem die Botschaft im Mittelpunkt, dass nachhaltiger Gewässer- und Artenschutz nur gemeinsam gelingen kann – durch Wissenschaft, Fischerei, Politik, engagierte Partner und eine interessierte Öffentlichkeit.



















